Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Herstellungsverfahren von Kerzen vor: Pressen,
Ziehen, Gießen und Auftauchen (oder Tunken).

Die wichtigsten Herstellungsverfahren sind:

Mit jeder dieser Produktionsmethoden kann eine sehr gute Kerzenqualität erzielt werden. Es kommt dabei entscheidend auf die optimale Abstimmung aller Einflussfaktoren an, d. h. der Wachsart, der Tauchmasse, des Dochtes und der Produktionsmethode, nicht allein auf die Art der Produktionsanlage.

Oft werden die Kerzen dann mit Farbe oder Lack weiterverarbeitet.


Pressen

Das Pressen geschieht in sogenannten Pressmaschinen. Dieses Verfahren eignet sich für Teelichte, Stumpen und Tafelkerzen. Es gibt dabei zwei gängige Verfahren:

Das Strangpressverfahren

Der Kerzenrohstoff wird als Granulat zugeführt und zusammen mit dem Docht in einem Rohr unter hohem Druck gepresst. Am Ende der Presse verlässt ein endloser Strang die Maschine, der dann auf die gewünschte Länge geschnitten wird.

Das Pulverpressverfahren

Hierbei wird der Rohstoff in Pulverform verarbeitet und zusammen mit dem Docht zu einer Kerze gepresst. Bei diesem Verfahren können die Werkzeuge gewechselt werden, so dass sich Kerzen unterschiedlicher Längen und Durchmesser von einer Maschine (Stempelpresse) herstellen lassen.


Ziehen

Beim Ziehen wird der Docht durch eine geschmolzene Wachsmasse gezogen. Dabei legt sich eine Wachsschicht um den Docht. Dieses Verfahren wird solange wiederholt, bis sich ausreichend Schichten um den Docht gelegt haben und der Kerzenstrang die gewünschte Dicke erreicht hat. In der durchschnittlichen Kerze sind die Schichten wie die Ringe eines Baumes zu erkennen.

Gezogene Kerzen sind durchgefärbt. Durch die besondere Art der Herstellung haben sie eine außerordentlich lange Brenndauer und eine sehr schöne Flamme.


Gießen

Das Gießen ist eine der ältesten Produktionsarten überhaupt. Beim Gießen benötigt man eine Form. In diese Form wird der Docht eingespannt. Danach wird sie mit flüssigem Wachs gefüllt. Nach dem Abkühlen kann man die fertige Kerze entnehmen. Diese Herstellungsart eignet sich für besondere Kerzenformen, die sich durch andere Produktionsmethoden nicht erreichen lassen.


Auftauchen (oder Tunken)

Die Herstellung erfolgt hierbei durch wiederholtes Eintauchen des Dochtes in eine flüssige Wachsmasse, bis die gewünschte Stärke der Kerze erreicht ist. Getunkte Kerzen haben typischerweise eine nach oben spitz zulaufende Form und sind durchgefärbt.

Weiterverarbeitung

Nach diesen Verfahren lassen sich die eigentlichen Grundformen der Kerzen herstellen. Gewählt wird immer das Verfahren, das für die jeweilige Kerzenart die günstigsten Produktionsbedingungen ergibt.

Die meisten Kerzen werden dann noch weiterverarbeitet, zum Beispiel zu farbigen oder verzierten. Die wichtigsten Verfahren dieser Weiterverarbeitung sind:

Farbgebung

Rohkerzen können durch Tauchen mit einer Farbschicht versehen werden. Die Tauchmasse wird mit Pigmentfarben, die UV-stabil sind, eingefärbt. So ist die Kerze lichtecht und behält auch nach längerer Zeit noch ihren dekorativen Charakter. Der Farbmantel besteht aus Wachsen, die erst bei einer höheren Temperatur, also später schmelzen als das Wachs des Kerzenkerns. Dies führt beim Abbrand zur guten Ausbildung einer Brennschüssel rund um den Docht, d. h. die Tropffestigkeit ist verbessert.

Lackieren

Durch Tauchen in klare bzw. farbige Lackekann eine für Wachs ansonsten untypische brillante, glänzende Oberfläche erreicht werden.

Sonstige

Weiter besteht die Möglichkeit, die Kerzen mit Motiven(z.B. im Siebdruck-Verfahren) oder mit Applikationen zu verzieren.