Woraus besteht eine Kerze?

Eine Kerze besteht im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen: dem Docht und dem Kerzenkörper.

Der Kerzenkörper wiederum besteht mindestens aus einer Brennmasse oder einer Mischung verschiedener Brennmassen (Kompositionskerzen). Je nach Kerzenart können noch verschiedene Stoffe wie z. B. Farben, Lacke oder Duftstoffe hinzukommen.

Docht

Der Docht, der üblicherweise aus mehreren Baumwollsträngen geflochten ist, hat die Aufgabe, die flüssige Brennmasse in die Verbrennungszone zu saugen. Geflochtene Dochte unterscheiden sich durch unterschiedliche Saugfähigkeit, Garnart und –stärke sowie ihrer chemischen Präparation. Neben Baumwolle können aber auch andere natürliche oder synthetische Fasern oder Papier zum Flechten von Dochten eingesetzt werden, oder es können Dochte aus Holz verwendet werden.

Der Docht muss auf Kerzenart, Kerzendurchmesser, Herstellungsverfahren und Brennmasse abgestimmt sein. Vom richtig ausgewählten Docht hängt das optimale Brennverhalten entscheidend ab.

Brennmasse

Die Brennmasse wird auch oft als Wachs bezeichnet. Heutzutage werden hauptsächlich folgende Materialien als Brennmasse eingesetzt:

Paraffin

Paraffin ist der mit Abstand am weitesten verwendete Kerzenrohstoff. Es ist ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen, das man je nach Herkunft in Erdöl-, Braunkohlen- oder Syntheseparaffin unterscheidet. Der Grundstoff ist im Aussehen weiß und etwas transparent. Die meisten Kerzen des täglichen Bedarfs werden heute auch wegen verfahrenstechnischer Vorteile aus Paraffin bzw. Paraffinkompositionen hergestellt.

Bei Ceresinkerzen besteht die Brennmasse aus vollraffiniertem Paraffin mit dem Zusatz höherwertiger Komponenten (z.B. härteres Paraffin mit höherem Schmelzpunkt).

Stearin

Stearin ist ein weiterer Rohstoff, der bei der Herstellung von Kerzen zum Einsatz kommt. Ausgangsstoff für Stearin sind Fette und Öle, und zwar sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft. Kerzen aus reinem Stearin sind besonders stabil. Sie lassen sich nicht biegen und halten hohe Belastungen hinsichtlich Temperatur, Schräglage und Zugluft aus.
Allerdings lassen sich Stearinkerzen nur im Gießverfahren herstellen.

Bienenwachs

Bienenwachs ist ein Ausscheidungsprodukt der Honigbiene. Es zeichnet sich durch seinen eigenartigen matten Glanz aus, der ihm den Anschein einer lebenden Materie verleiht. Es wird sowohl für den eigentlichen Kerzenkörper als auch für äußere Verzierungen verwendet. Die fertigen Kerzen haben eine angenehme Bienenwachsfarbe und einen leichten Honigduft.
Bienenwachs ist ein seltener und damit kostbarer natürlicher Rohstoff. Aus diesem Grund haben Bienenwachskerzen auch nur einen geringen Anteil an der europäischen Kerzenproduktion.

Fette / Öle

Gehärtete pflanzliche Fette und Öle, wie zum Beispiel das sogenannte Palmwachs, werden seit einigen Jahren, vor allem gemischt mit anderen Brennmassen, zunehmende auch in Kerzen für den Innenraum verwendet. Auf Grund der weichen Konsistenz und des vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkts eignen sich diese natürlichen Rohstoffe aber fast nur für Behälterkerzen.

Farben / Lacke

Zur Schaffung eines farblichen Eindrucks stehen heutzutage viele Möglichkeiten zur Verfügung. Mit flüssigen oder festen Farben können Kerzen entweder ganz durchgefärbt werden oder aber es wird eine farbige Schicht aus gefärbtem Tauchwachs aufgebracht.
Besonders schöne Effekte sind mit Kerzenlacken möglich. Diese werden mit einem Lösungsmittel, heutzutage oft Wasser, auf die Oberfläche des Kerzenkörpers aufgebracht. Nach Verdunsten des Lösemittels bleibt nur eine sehr dünne Lackschicht auf der Kerze zurück.